Verleihung des Preises für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit Bonn
Sonntag, 7. Dezember 2025
Der Verein „Internationaler Demokratiepreis Bonn“ (IDP) verlieh – erstmals gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Bundesstadt Bonn – am 7. Dezember 2025 vor mehr als 500 Gästen im ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages, jetzt World Conference Center Bonn, den „Internationalen Preis für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit Bonn“ an die parteilose belarussische Bürgerrechtlerin, Präsidentschaftskandidatin und Führerin der belarussischen Opposition Sviatlana Tsikhanouskaya. Die Preisverleihung wurde von der Deutschen Welle auf ihrem YouTube-Kanal Belarus gestreamt.
Mit dem Preis würdigte der IDP das herausragende Engagement von Sviatlana Tsikhanouskaya für ein freies und demokratisches Belarus. Ihr Wirken steht stellvertretend für die vielen Menschen, die sich mit aller Kraft für ein Ende der politischen Willkürherrschaft durch den belarussischen Staatsapparat einsetzen. Ihr Widerstand gilt damit zugleich einem Regime, das willfährig an der Aggression der Russischen Föderation gegen die europäische Sicherheits- und Friedensordnung mitwirkt. In ihrer Begrüßung ging die Vorsitzende des IDP, Prof. Dorothee Dzwonnek, auf das Anliegen des Vereins ein, mutiges Engagement zur Stärkung und Verteidigung des Demokratieprinzips und seiner Voraussetzungen sowie des Rechtsstaatsprinzips zu belohnen und zu fördern – gerade jetzt in einer Zeit, in der die Demokratie weltweit bedroht wird. Oberbürgermeister Guido Deus wies in seinem Grußwort auf die besondere Bedeutung Bonns als Wiege der deutschen Demokratie und auf die seit vielen Jahren bestehende Städtepartnerschaft zwischen Bonn und Minsk hin. In seiner Laudatio betonte der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski, die Rolle der Preisträgerin als Stellvertreterin für die vielen Menschen, die für Freiheit eintreten und der brutalen Härte des Lukashenka-Regimes weichen mussten. Dzwonnek und Liminski würdigten den Mut und die Entschlossenheit der Preisträgerin, die den Menschen Hoffnung mache. Tsikhanouskaya betonte in ihrer zum Teil auf Deutsch gehaltenen Dankesrede die Verbindung zwischen einem freien Belarus und dem Krieg in der Ukraine und sagte: „Ein Regime, das sein eigenes Volk nicht respektiert, respektiert auch seine Nachbarn nicht.“ Im Anschluss an die Preisverleihungszeremonie stellten sich Tsikhanouskaya und Liminski den sachkundigen Fragen von Patrick Leusch (Deutsche Welle). Liminski ging auf die Rolle Nordrhein-Westfalens zur Unterstützung von Belarus ein; die Preisträgerin wandte sich direkt an ihre Bürgerinnen und Bürger und verlieh der Hoffnung Ausdruck, eines Tages wieder in einem freien Belarus in einem freien Europa leben und ihr derzeitiges Exil in Litauen verlassen zu können. Die Preisverleihung wurde musikalisch umrahmt von JAZZCHOR der Universität Bonn.
Film oben: Zusammenfassung (Film 5 min); Film unten: Mitschnitt der Preisverleihung (90 min)
Zusammenfassung (Film 5 min)