Der Internationale Demokratiepreis Bonn

Neustart 2024:

Internationaler Preis für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen und der Trägerverein „Internationaler Demokratiepreis Bonn“ haben am Freitag, 12. April 2024, mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung den „Internationalen Preis für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit Bonn“ ins Leben gerufen. Damit werden der seit 2022 verliehene Rechtsstaatlichkeitspreis der Landesregierung und der seit 2009 vergebene Internationale Demokratiepreis Bonn zusammengeführt. Minister und Chef der Staatskanzlei Nathanael Liminski: „Wir bündeln unsere Kräfte, um mit einem starken Preis mutige Demokraten in ihrem Kampf für Recht und Freiheit zu unterstützen. Damit schaffen wir im Jubiläumsjahr der konstituierenden Sitzung des Ersten Deutschen Bundestages eine Auszeichnung, die den internationalen Standort Bonn als Wiege der ersten erfolgreichen Demokratie in Deutschland in den Fokus rückt. Wir setzen dieses Signal in eine Zeit, in der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit weltweit unter Druck geraten. Seit 17 Jahren gehen Freiheit und Demokratie insgesamt zurück. Die Zahl der Länder, in denen sich die Situation verschlechtert, ist größer als die Zahl derer, in denen sie sich verbessert. Das muss uns aufrütteln. Mit dem neuen Preis wollen wir einen Moment schaffen, in dem wir uns aus allen Teilen der Gesellschaft in Bonn zur Stärkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit versammeln.“

Wilfried Klein, Vorstandsvorsitzender des Vereins Internationaler Demokratiepreis Bonn: „Die Kooperationsvereinbarung ist ein Quantensprung für den internationalen Demokratiepreis in Bonn. Durch die Zusammenarbeit mit dem Land Nordrhein-Westfalen und die Seite 2 von 2 Erweiterung des Preises um den Gedanken der Rechtsstaatlichkeit wird der Preis auf sehr solide Füße gestellt. Da der Preis zusätzlich durch die Stadt Bonn unterstützt wird, kann er in den nächsten Jahren über die reine Preisverleihung hinaus ganz neu in die Zivilgesellschaft wirken. Uns sind die vereinbarten zusätzlichen Veranstaltungen daher sehr wichtig.“

Zur Anerkennung und Würdigung besonderer Verdienste beim Engagement für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wird der „Internationale Preis für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit Bonn“ in der Regel jährlich verliehen. Preisträger müssen mit ihrem Wirken zur Stärkung und Verteidigung des Demokratieprinzips und seiner Voraussetzungen sowie des Rechtsstaatsprinzips, insbesondere der Gewaltenteilung und der Unabhängigkeit der Gerichte, beigetragen haben. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Personen, deren Wirken in Europa erfolgt bzw. erfolgte. Vorschläge zur Verleihung des Preises können die Mitglieder der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, die Mitglieder des Landtags Nordrhein-Westfalen, die Mitglieder des Kuratoriums des „Internationalen Preises für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit Bonn“ sowie zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure unterbreiten. Darüber hinaus kann jede natürliche oder juristische Person Vorschläge einbringen. Vorschläge müssen schriftlich eingereicht werden und nachvollziehbar begründet sein. Über die Auswahl der zu prämierenden Einzelperson oder Organisation berät eine Findungskommission:

Kuratorium des Internationalen Demokratiepreises Bonn e.V. konstituiert sich – OB übernimmt Vorsitz

Oberbürgermeisterin Katja Dörner ist neue Vorsitzende des Kuratoriums des Internationalen Demokratiepreises Bonn e.V. (IDP). Das Gremium, das den Neustart des Preises nach der Pandemiezeit begleiten wird, kam kürzlich zu seiner konstituierenden Sitzung im Alten Rathaus zusammen. Es besteht aus 21 Mitgliedern und berät laut Satzung den Vorstand, vertritt aber auch den Zweck des Vereins in der Öffentlichkeit. Zu Mitgliedern werden Persönlichkeiten berufen, die sich dem IDP besonders verbunden fühlen. Traditionsgemäß gehört das jeweilige Stadtoberhaupt dem Kuratorium an.

Ziel des Vereines ist die Stärkung und Verbreiterung demokratischer Überzeugungen, mit klarem Bezug zu Bonn als dem Ort, an dem das Grundgesetz ausgearbeitet wurde und der die ersten vier erfolgreichen Jahrzehnte der deutschen Demokratie als Bundeshauptstadt diente. Das Kuratorium ist sich einig, dass es wichtiger denn je ist, die Bedeutung der Demokratie jeden Tag aufs Neue ins Bewusstsein zu rufen, sie zu erklären und zu verteidigen. Bis zur nächsten Verleihung des Preises, die für September 2024 angestrebt wird, will der Verein den Preis einbetten in die zahlreichen weiteren zivilgesellschaftlichen Aktivitäten in Bonn, der Region und im Land NRW.

„Ich bin dankbar, dass der Vorstand und das Kuratorium nun nach Kräften die Neuausrichtung vorantreiben wollen“, sagte Oberbürgermeisterin Dörner nach ihrer Wahl. „Indem  ich den Vorsitz des Kuratoriums gern übernehme,  möchte ich deutlich machen, wie sehr mir das Thema Demokratie und besonders auch der IDP am Herzen liegt.“

Bedingt durch die Pandemie hatte auch der IDP seine Arbeit im Jahr 2020 unterbrechen müssen. Seit seiner Gründung im Jahre 2007 hatte der Verein den Preis u.a. an Václav Havel, Prof. Yadh Ben Achour, Leymah Roberta Gbowee, Federica Mogherini und Prof. Dr. hab Malgorzata Gersdorf verliehen. Die erste Preisverleihung erfolgte 2009 im Museum Koenig, dem Ort, an dem 1948 der Parlamentarische Rat zusammentrat und im Mai 1949 das Grundgesetz verabschiedet hat.

Es spricht Bundespräsident a.D. Joachim Gauck
„Unsere Demokratie muss wehrhaft sein“

Dienstag, 14. Mai, 18 Uhr
in der Aula der Universität Bonn
Regina-Pacis-Weg 3

Wir machen mit beim Demokratiefest am

Samstag, 25. Mai 2024, ab 11 Uhr

auf der Freifläche am World Conference Center Bonn

Gemeinsam mit dem Bundespräsidenten, dem Deutschen Bundestag, dem Bundesrat, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik lädt die Bundesstadt Bonn am Samstag, 25. Mai 2024, ab 11 Uhr zum Feiern ein. Das Fest der Demokratie erstreckt sich von der Villa Hammerschmidt an der Adenauerallee bis zum Platz der Vereinten Nationen am World Conference Center Bonn.

Das detaillierte Programm finden Sie unter www.bonn.de

Der Internationale Demokratiepreis Bonn ist Symbol für das Engagement von Menschen, die weltweit für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte kämpfen oder gekämpft haben. Er wird mindestens alle zwei Jahre an eine natürliche oder juristische Person vergeben, die sich um die Demokratisierung und Menschenrechte in ihrem Land in herausragender Weise verdient gemacht hat. Der Internationale Demokratiepreis Bonn will eine Brücke zwischen den erfolgreichen Erfahrungen der Bundesrepublik Deutschland und internationalen Entwicklungen der Demokratisierung schlagen.

Bonn International Award for Democracy is a symbol of the commitment of people who fought or still fight for democracy and human rights all over the world. It is awarded every two years to people or organisations that have played a major role in supporting democracy and human rights in their respective countries. The award is supposed to bridge the gap between the success story of democracy in post-war Germany and international developments.

Wilfried Klein, Vorsitzender
“Internationaler Demokratiepreis Bonn e.V.”

“Die Auszeichnung Internationaler Demokratiepreis Bonn erinnert an die Erfolgsgeschichte der deutschen Demokratie nach 1945. Bonn war die Wiege des Grundgesetzes und steht für eine demokratische, deutsche Zivilgesellschaft in Frieden und Freiheit, Stabilität und Wohlstand. Bonn steht überdies für den Gedanken der internationalen Kooperation als friedensstiftendes Moment.

…Der Verein Internationaler Demokratiepreis Bonn hat das Ziel, im Inland und weltweit für die Ideen unserer Verfassungsväter zu werben: Für Demokratie und Toleranz, für Völkerverständigung und Friedensförderung“.

So der ehemalige Vorsitzende Erik Bettermann über den Verein und die Auszeichnung bei der ersten Preisverleihung 2009

“Bonn International Award for Democracy” reminds us of the success of German democracy after 1945. Bonn was the cradle of the German Basic Law and still stands for a democratic society in peace and freedom, stability and prosperity. Moreover, Bonn stands for the idea of international co-operation as a basis for peace.

The aim of the society “Bonn International Award for Democracy” is to advocate the ideas of the fathers and mothers of the Basic Law: democracy and tolerance, international understanding and the promotion of peace.”

Erik Bettermann, former chairman, on the occasion of the first award ceremony in 2009