Der Internationale Demokratiepreis Bonn

Internationaler Demokratiepreis Bonn wählt neuen Vorstand – „Bonn und das Grundgesetz gehören untrennbar zusammen“

Der Verein Internationaler Demokratiepreis Bonn e.V. (IDP) hat einen neuen Vorstand. In der ersten Präsenzsitzung seit März 2020 wählten die Mitglieder den Leiter des Gustav-Stresemann-Instituts, Wilfried Klein, zum neuen Vorsitzenden. Stellvertreterin wurde Professor Dr. Dorothee Dzwonnek. Volker Klein, Vorstandsmitglied der Volksbank KölnBonn, als Schatzmeister, und Dr. Monika Hörig als Schriftführerin komplettieren mit Dr. Helge Matthiesen, Chefredakteur des General-Anzeigers Bonn, Volker Schramm, Vorstandsmitglied der Sparkasse KölnBonn, und Helmut Stahl, Präsident der Alexander-Koenig-Gesellschaft, den Vorstand. Ziel des Vereines ist die Stärkung und Verbreiterung demokratischer Überzeugungen. Dabei besteht eine deutliche Verknüpfung zu Bonn als dem Ort, an dem das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ausgearbeitet wurde und der während ersten vier Jahrzehnte der erfolgreichsten Demokratie auf deutschem Boden als Bundeshauptstadt diente. „Bonn und das Grundgesetz gehören untrennbar zusammen. Und die Demokratie muss jeden Tag aufs Neue, in Deutschland und der Welt, verteidigt und erklärt werden. Beides wollen wir mit dem IDP unterstützen,“ gibt der neue Vorsitzende das Aufgabenfeld des Vereins vor. „Uns ist dabei wichtig, dass wir den Verein und den Preis einbetten in die zahlreichen weiteren zivilgesellschaftlichen Aktivitäten in Bonn, der Region und im Land NRW. Wir wollen Teil eines Demokratie-Netzwerkes in Deutschland sein.“ Daher werde eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn, dem Land NRW und dem Bund angestrebt.

Bedingt durch die Pandemie hatte auch der IDP seine Arbeit im Jahr 2020 unterbrechen müssen. Seit seiner Gründung im Jahre 2007 hatte der Verein den Preis u.a. an Václav Havel, Prof. Yadh Ben Achour, Leymah Roberta Gbowee, Federica Mogherini und zuletzt an Professor Dr. hab Malgorzata Gersdorf verliehen. Die erste Preisverleihung erfolgte 2009 im Museum Koenig, dem Ort, an dem 1948 der Parlamentarische Rat zusammentrat und im Mai 1949 das Grundgesetz verabschiedet hat.

Der Internationale Demokratiepreis Bonn ist Symbol für das Engagement von Menschen, die weltweit für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte kämpfen oder gekämpft haben. Er wird mindestens alle zwei Jahre an eine natürliche oder juristische Person vergeben, die sich um die Demokratisierung und Menschenrechte in ihrem Land in herausragender Weise verdient gemacht hat. Der Internationale Demokratiepreis Bonn will eine Brücke zwischen den erfolgreichen Erfahrungen der Bundesrepublik Deutschland und internationalen Entwicklungen der Demokratisierung schlagen.

Bonn International Award for Democracy is a symbol of the commitment of people who fought or still fight for democracy and human rights all over the world. It is awarded every two years to people or organisations that have played a major role in supporting democracy and human rights in their respective countries. The award is supposed to bridge the gap between the success story of democracy in post-war Germany and international developments.

Wilfried Klein, Vorsitzender
“Internationaler Demokratiepreis Bonn e.V.”

“Die Auszeichnung Internationaler Demokratiepreis Bonn erinnert an die Erfolgsgeschichte der deutschen Demokratie nach 1945. Bonn war die Wiege des Grundgesetzes und steht für eine demokratische, deutsche Zivilgesellschaft in Frieden und Freiheit, Stabilität und Wohlstand. Bonn steht überdies für den Gedanken der internationalen Kooperation als friedensstiftendes Moment.

…Der Verein Internationaler Demokratiepreis Bonn hat das Ziel, im Inland und weltweit für die Ideen unserer Verfassungsväter zu werben: Für Demokratie und Toleranz, für Völkerverständigung und Friedensförderung“.

So der ehemalige Vorsitzende Erik Bettermann über den Verein und die Auszeichnung bei der ersten Preisverleihung 2009

“Bonn International Award for Democracy” reminds us of the success of German democracy after 1945. Bonn was the cradle of the German Basic Law and still stands for a democratic society in peace and freedom, stability and prosperity. Moreover, Bonn stands for the idea of international co-operation as a basis for peace.

The aim of the society “Bonn International Award for Democracy” is to advocate the ideas of the fathers and mothers of the Basic Law: democracy and tolerance, international understanding and the promotion of peace.”

Erik Bettermann, former chairman, on the occasion of the first award ceremony in 2009

Mit Prof. Dr. hab. Malgorzata Gersdorf, Präsidentin des Obersten Gerichts in Polen, wurde am 8. November eine Persönlichkeit geehrt, die sich im sechstgrößten Land der Europäischen Union (EU) gegen den akuten Abbau der Gewaltenteilung in ihrem Land einsetzt. „Die Wahrung der Rechtsstaatlichkeit ist die oberste Pflicht eines jeden Richters“, sagte sie in ihrer Dankesrede. „Nur durch eine solche Haltung können wir den Bürgern ein Gefühl der Sicherheit und des Rechtsstaates garantieren.“ Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, sicherte Gersdorf in ihrer Laudatio Unterstützung zu: „Das Europäische Parlament steht an Ihrer Seite. An der Seite einer unabhängigen Justiz. An der Seite der Zivilgesellschaft, die sich für Demokratie und Rechtsstaat im Herzen Europas einsetzt.“

By honouring the President of the Polish Supreme Court, Malgorzata Gersdorf, the award goes to someone who fights against the dismantling of the separation of powers in Poland, sixth largest country in the European Union. When the party in power made her and other judges redundant in July 2018 she continued working in her office. “Securing the rule of law is the predominant duty of every judge” she said in her acceptance speech. “Only this attitude guarantees gives a feeling of security and rule of law to the citizens.” Katarina Barley, vice president of the European Parliament, promised Gersdorf her support. “The European Parliament is on your side. On the side of independent jurisdiction. On the side of a society which is committed to democracy and the rule of law in the heart of Europe.”

Leymah Roberta Gbowee, liberianische Bürgerrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin, wurde am 16. November 2018 im Rahmen eines Festaktes im Alten Rathaus der Bundesstadt Bonn mit dem Internationalen Demokratiepreis Bonn ausgezeichnet. Der Verein würdigte damit ihren Einsatz für Demokratie, Frauen- und Menschenrechte. In ihrer Laudatio auf die Preisträgerin würdigte Michelle Müntefering, Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik beim Auswärtigen Amt, insbesondere ihren Mut, den Gbowee als Kopf und Herz der afrikanischen Frauenfriedensbewegung bewiesen habe.

Federica Mogherini, Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsidentin der EU-Kommission, wurde mit dem fünften Internationalen Demokratiepreis Bonn geehrt. Der Verein würdigt damit den unermüdlichen Einsatz der EU-Chefdiplomatin für Demokratie und Menschenrechte in den vielen Krisengebieten der Welt. Ob in Russland, in der Ukraine, in Syrien, in Libyen oder bei den sehr schwierigen Iran-Verhandlungen: die frühere italienische Außenministerin verleiht der EU eine starke Stimme in der Weltpolitik. Der Preis wurde am Freitag, 11. November 2016, im Rahmen eines Festaktes im Alten Rathaus der Bundesstadt Bonn verliehen. Martin Schulz, damaliger Präsident des Europäischen Parlaments, hielt die Laudatio. Mogherini hat ihr Preisgeld einer Schule im libanesischen Barelias gespendet, die Unterricht für syrische Flüchtlingskinder anbietet.

Die internationale Organisation „Reporters sans frontières/Reporter ohne Grenzen“ ist 2014 Preisträger des Internationalen Demokratiepreises Bonn. Der Verein “Internationaler Demokratiepreis Bonn e.V.” zeichnet damit das herausragende Engagement der Organisation „Reporters sans frontières/Reporter ohne Grenzen“ für Presse- und Informationsfreiheit in der Welt aus, die eine wesentliche Voraussetzung für Demokratie und Freiheit darstellen. Der Preis würdigt zugleich die couragierte Arbeit der vielen Journalistinnen und Journalisten, die wegen ihrer Berichterstattung verfolgt, inhaftiert, gefoltert oder mit dem Tode bedroht werden. Der Verein gedenkt der vielen getöteten Menschen, die ihr Leben für eine unabhängige Berichterstattung aus den Krisenländern der Welt geopfert haben.

Die feierliche Preisverleihung fand am 18. November 2014 vor geladenen Gästen in Bonn statt.

Preisträger 2012: Prof. Yadh Ben Achour

Preisträger 2012: Prof. Yadh Ben Achour

Prof. Yadh Ben Achour ist 2012 Preisträger des Internationalen Demokratiepreises Bonn. Der Verein ehrt damit die herausragende Rolle des Verfassungsrechtlers und Präsidenten der ersten verfassungsgebenden Kommission Tunesiens beim Übergang von der Diktatur zu den ersten demokratischen Wahlen. Sein Wirken ist geprägt von der Überzeugung, dass ein dauerhafter Frieden und eine freiheitliche Gesellschaft in Tunesien nur auf dem Fundament des Rechtsstaats aufgebaut werden kann. Durch den Preis soll sein Engagement über den Tag hinaus politisch gestärkt und Prof. Ben Achour stellvertretend für alle demokratischen Kräfte in Tunesien geehrt werden. Die Preisverleihung fand am 6. September 2012 in Bonn statt.

Preisträgerin 2010: Dr. Shirin Ebadi

Preisträgerin 2010: Dr. Shirin Ebadi

Den zweiten Internationalen Demokratiepreis Bonn nahm 2010 Dr. Shirin Ebadi entgegen. Der Verein würdigt damit den Einsatz der Anwältin, Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin um Menschenrechte, Freiheit und Demokratie, insbesondere gegen die Unterdrückung von Frauen und Kindern sowie politisch Verfolgter im Iran. Die Preisübergabe fand am 20. Mai 2010 im historischen Ballsaal La Redoute in Bonn-Bad Godesberg statt.

Preisträger 2009: Václav Havel

Preisträger 2009: Václav Havel

Václav Havel ist Träger des ersten Internationalen Demokratiepreises Bonn. Der Verein ehrt damit den Schriftsteller, friedlichen Widerstandskämpfer und Staatspräsidenten, der sich durch seinen couragierten Einsatz für Demokratie, Menschenrechte, Frieden und Freiheit um sein Land und die Beziehungen zu Deutschland und Europa verdient gemacht hat. Der Preis wurde am 24. April 2009 im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig überreicht.

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