Der Internationale Demokratiepreis Bonn

Internationaler Demokratiepreis Bonn für Malgorzata Gersdorf

Prof. Dr. hab. Malgorzata Gersdorf, Präsidentin des Obersten Gerichts in Polen, ist am 8. November 2019 auf dem Petersberg bei Bonn mit dem siebten Internationalen Demokratiepreis Bonn ausgezeichnet worden. „Als wir vor zehn Jahren den Internationalen Demokratiepreis zum ersten Mal verliehen, hätten wir im Traum nicht daran gedacht, dass wir 2019 darüber sprechen müssen, wie gefährdet unsere Demokratien sind“, sagte Dr. Ansgar Burghof, Vorsitzender des Vereins Internationaler Demokratiepreis Bonn, bei der Eröffnung der Preisverleihung auf dem Petersberg bei Bonn. 2009 seien die Demokratien weit entfernter Länder gefährdet gewesen, so Burghof weiter. Und in Europa seien die Bedrohungen Teil der Vergangenheit gewesen.
Mit der Präsidentin des Obersten Gerichts in Polen, Malgorzata Gersdorf, wird in diesem Jahr eine Persönlichkeit geehrt, die sich im sechstgrößten Land der Europäischen Union (EU) gegen den akuten Abbau der Gewaltenteilung in ihrem Land einsetzt. Als die in Polen regierende Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) sie und andere Richter im Juli 2018 rückwirkend in den Ruhestand versetzte,
ging sie unverdrossen in ihr Büro. „Die Wahrung der Rechtsstaatlichkeit ist die oberste Pflicht eines jeden Richters“, sagte sie in ihrer Dankesrede. „Nur durch eine solche Haltung können wir den Bürgern ein Gefühl der Sicherheit und des Rechtsstaates garantieren.“

Pressemitteilung
Reden, Presseberichte & Fotos

Vorabbericht: Eine Gigantin, die keine sein will von Ulrich Krökel (Frankfurter Rundschau)

Der Internationale Demokratiepreis Bonn ist Symbol für das Engagement von Menschen, die weltweit für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte kämpfen oder gekämpft haben. Er wird mindestens alle zwei Jahre an eine natürliche oder juristische Person vergeben, die sich um die Demokratisierung und Menschenrechte in ihrem Land in herausragender Weise verdient gemacht hat. Der Internationale Demokratiepreis Bonn will eine Brücke zwischen den erfolgreichen Erfahrungen der Bundesrepublik Deutschland und internationalen Entwicklungen der Demokratisierung schlagen.

Dr. Ansgar Burghof, Vorsitzender
“Internationaler Demokratiepreis Bonn e.V.”

“Die Auszeichnung Internationaler Demokratiepreis Bonn erinnert an die Erfolgsgeschichte der deutschen Demokratie nach 1945. Bonn war die Wiege des Grundgesetzes und steht für eine demokratische, deutsche Zivilgesellschaft in Frieden und Freiheit, Stabilität und Wohlstand. Bonn steht überdies für den Gedanken der internationalen Kooperation als friedensstiftendes Moment.

…Der Verein Internationaler Demokratiepreis Bonn hat das Ziel, im Inland und weltweit für die Ideen unserer Verfassungsväter zu werben: Für Demokratie und Toleranz, für Völkerverständigung und Friedensförderung“.

So der ehemalige Vorsitzende Erik Bettermann über den Verein und die Auszeichnung bei der ersten Preisverleihung 2009

Mit Prof. Dr. hab. Malgorzata Gersdorf, Präsidentin des Obersten Gerichts in Polen, wurde am 8. November eine Persönlichkeit geehrt, die sich im sechstgrößten Land der Europäischen Union (EU) gegen den akuten Abbau der Gewaltenteilung in ihrem Land einsetzt. „Die Wahrung der Rechtsstaatlichkeit ist die oberste Pflicht eines jeden Richters“, sagte sie in ihrer Dankesrede. „Nur durch eine solche Haltung können wir den Bürgern ein Gefühl der Sicherheit und des Rechtsstaates garantieren.“ Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, sicherte Gersdorf in ihrer Laudatio Unterstützung zu: „Das Europäische Parlament steht an Ihrer Seite. An der Seite einer unabhängigen Justiz. An der Seite der Zivilgesellschaft, die sich für Demokratie und Rechtsstaat im Herzen Europas einsetzt.“

Leymah Roberta Gbowee, liberianische Bürgerrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin, wurde am 16. November 2018 im Rahmen eines Festaktes im Alten Rathaus der Bundesstadt Bonn mit dem Internationalen Demokratiepreis Bonn ausgezeichnet. Der Verein würdigte damit ihren Einsatz für Demokratie, Frauen- und Menschenrechte. In ihrer Laudatio auf die Preisträgerin würdigte Michelle Müntefering, Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik beim Auswärtigen Amt, insbesondere ihren Mut, den Gbowee als Kopf und Herz der afrikanischen Frauenfriedensbewegung bewiesen habe.

Federica Mogherini, Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsidentin der EU-Kommission, wurde mit dem fünften Internationalen Demokratiepreis Bonn geehrt. Der Verein würdigt damit den unermüdlichen Einsatz der EU-Chefdiplomatin für Demokratie und Menschenrechte in den vielen Krisengebieten der Welt. Ob in Russland, in der Ukraine, in Syrien, in Libyen oder bei den sehr schwierigen Iran-Verhandlungen: die frühere italienische Außenministerin verleiht der EU eine starke Stimme in der Weltpolitik. Der Preis wurde am Freitag, 11. November 2016, im Rahmen eines Festaktes im Alten Rathaus der Bundesstadt Bonn verliehen. Martin Schulz, damaliger Präsident des Europäischen Parlaments, hielt die Laudatio. Mogherini hat ihr Preisgeld einer Schule im libanesischen Barelias gespendet, die Unterricht für syrische Flüchtlingskinder anbietet.

Die internationale Organisation „Reporters sans frontières/Reporter ohne Grenzen“ ist 2014 Preisträger des Internationalen Demokratiepreises Bonn. Der Verein “Internationaler Demokratiepreis Bonn e.V.” zeichnet damit das herausragende Engagement der Organisation „Reporters sans frontières/Reporter ohne Grenzen“ für Presse- und Informationsfreiheit in der Welt aus, die eine wesentliche Voraussetzung für Demokratie und Freiheit darstellen. Der Preis würdigt zugleich die couragierte Arbeit der vielen Journalistinnen und Journalisten, die wegen ihrer Berichterstattung verfolgt, inhaftiert, gefoltert oder mit dem Tode bedroht werden. Der Verein gedenkt der vielen getöteten Menschen, die ihr Leben für eine unabhängige Berichterstattung aus den Krisenländern der Welt geopfert haben.

Die feierliche Preisverleihung fand am 18. November 2014 vor geladenen Gästen in Bonn statt.

Preisträger 2012: Prof. Yadh Ben Achour

Preisträger 2012: Prof. Yadh Ben Achour

Prof. Yadh Ben Achour ist 2012 Preisträger des Internationalen Demokratiepreises Bonn. Der Verein ehrt damit die herausragende Rolle des Verfassungsrechtlers und Präsidenten der ersten verfassungsgebenden Kommission Tunesiens beim Übergang von der Diktatur zu den ersten demokratischen Wahlen. Sein Wirken ist geprägt von der Überzeugung, dass ein dauerhafter Frieden und eine freiheitliche Gesellschaft in Tunesien nur auf dem Fundament des Rechtsstaats aufgebaut werden kann. Durch den Preis soll sein Engagement über den Tag hinaus politisch gestärkt und Prof. Ben Achour stellvertretend für alle demokratischen Kräfte in Tunesien geehrt werden. Die Preisverleihung fand am 6. September 2012 in Bonn statt.

Preisträgerin 2010: Dr. Shirin Ebadi

Preisträgerin 2010: Dr. Shirin Ebadi

Den zweiten Internationalen Demokratiepreis Bonn nahm 2010 Dr. Shirin Ebadi entgegen. Der Verein würdigt damit den Einsatz der Anwältin, Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin um Menschenrechte, Freiheit und Demokratie, insbesondere gegen die Unterdrückung von Frauen und Kindern sowie politisch Verfolgter im Iran. Die Preisübergabe fand am 20. Mai 2010 im historischen Ballsaal La Redoute in Bonn-Bad Godesberg statt.

Preisträger 2009: Václav Havel

Preisträger 2009: Václav Havel

Václav Havel ist Träger des ersten Internationalen Demokratiepreises Bonn. Der Verein ehrt damit den Schriftsteller, friedlichen Widerstandskämpfer und Staatspräsidenten, der sich durch seinen couragierten Einsatz für Demokratie, Menschenrechte, Frieden und Freiheit um sein Land und die Beziehungen zu Deutschland und Europa verdient gemacht hat. Der Preis wurde am 24. April 2009 im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig überreicht.

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