Bärbel Dieckmann, Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn, während des UN-Tages 2001
Bonn steht für Internationalität. Die ehemalige Bundeshauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren zur UN-Stadt und zum Ort des internationalen Dialogs über Zukunftsthemen gewandelt. Zahlreiche UN-Sekretariate, international tätige Mittlerorgansationen und Nicht-Regierungsorganisationen haben sich in den letzten Jahren in Bonn angesiedelt.
Ein sichtbares Zeichen dieser Entwicklung ist der 2007 eröffnete Bonner UN-Campus rund um den „Langen Eugen“, das ehemalige Abgeordnetenhaus.
Der UN-Campus bietet den Sekretariaten der Vereinten Nationen ideale Arbeitsbedingungen in einem von Internationalität geprägten Umfeld. Im ehemaligen Bundestag sitzt heute das World Conference Center Bonn. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe finden sich zahlreiche international agierende Mittlerorganisationen sowie die Deutsche Welle, der Auslandssender der Bundesrepublik Deutschland.
Bundeskanzlerin Merkel und der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan eröffnen den neuen UN-Campus
Die Grundlage für das heutige internationale Profil Bonns wurde im Berlin/Bonn-Gesetz vom 26. April 1994 gelegt, das den Ausbau als Standort für Entwicklungspolitik, nationale, internationale und supranationale Einrichtungen als zentrale Aufgabe festschreibt. Der deutsche Standort für internationale Beziehungen ist durch die Verlegung wichtiger Einrichtungen der Entwicklungspolitik von Berlin nach Bonn gestärkt. Die der internationalen Zusammenarbeit verpflichteten Ministerien sind konsequent in Bonn verblieben. Nach wie vor unterhalten eine Vielzahl von Ländern Botschaften oder Außenstellen in Bonn.
Schritt in die Moderne - Das neue World Conference Center
Von Bonn gehen Impulse für eine zukunftsfähige menschenwürdige Entwicklung aus. Durch internationale Kooperation ist Bonn zum deutschen Kompetenzzentrum für Umwelt, Entwicklung und Gesundheit geworden. Hierzu gehören auch rund 20 international tätige Nichtregierungsorganisationen, die seit 1990 ihren Sitz in Bonn genommen haben.
Weltjugendtag 2006
Auch der Wissenschaftsstandort Bonn schärft sein internationales Profil. An der Universität Bonn haben sich neue Forschungszentren etabliert, die eng mit den entwicklungspolitisch aktiven Einrichtungen vor Ort zusammenarbeiten. Wissenschaftsorganisationen fördern den internationalen Austausch. Das internationale Profil wird zudem auch durch die hier ansässigen global agierenden Wirtschaftsunternehmen geprägt.
Das Bonner Thema ist Nachhaltigkeit – und diesen Schwerpunkt lebt die Stadt auch. Sie ist dem Städtenetzwerk ICLEI und dem Klima-Bündnis des Städte beigetreten. Seit Ende 2005 hat die Bonner Oberbürgermeisterin zusätzlich den Vorsitz des Weltbürgermeisterrats zum Klimawandel inne. Die Stadt pflegt ihre Städtepartnerschaften als nachhaltigkeitsorientierte Projektpartnerschaften.
Von hier wurde lange Jahre deutsche Politik betrieben - der frühere Plenarsaal
Als international bedeutsamer Konferenzort konnte Bonn seine Kompetenz und Erfahrung vielfach unter Beweis stellen. Zu nennen sind UN-Vertragsstaatenkonferenzen wie die Klimagipfel 1999 und 2001, die Internationale Süßwasserkonferenz 2001, die Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien 2004 und zuletzt die Internationale Frühwarnkonferenz 2006. Im Mai 2008 findet die UN-Biodiversitätskonferenz in Bonn statt. Ab Juni 2008 folgt mit dem Deutsche Welle Global Media Forum eine in dieser Form in Deutschland einzigartige internationale Konferenz, die Medien, Wirtschaft und Politik verbindet.